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Metabolisches Syndrom

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Metabolisches Syndrom
 
Haben Sie sich in letzter Zeit auch gefragt, warum wir Ihnen den Bauchumfang gemessen haben und uns nicht nur auf das Gewicht und Ihre Grösse konzentrierten?
Es hat damit zu tun, dass wir damit einen einfachen Hinweis finden, ob sie eine krankhafte Fettverteilung aufweisen. Der sogenannte „Wohlstandsbauch“, oder „abdominale Adipositas“, die vermehrte Fettansammlung im Bauch, ist nämlich als guter Indikator für das sogenannte metabolische Syndrom bekannt.
Dass eine „apfelförmige“, bauchbetonte Fettleibigkeit im Vergleich zur „birnenförmigen“, hüft- und oberschenkelbetonten Fettverteilung das Risiko für Herz-, Gefäss- und Stoffwechselkrankheiten besonders beeinflusst, wurde schon im Jahre 1947 dokumentiert, die grosse Bedeutung dieser Fettverteilung aber erst in den letzten Jahren erkannt. Den Fettzellen am Bauch kommt eine wesentliche Rolle bei der bedarfsgerechten Speicherung und Freisetzung von Energie zu. Das empfindliche Gleichgewicht zwischen Fettaufbau und Abbau wird dabei ganz wesentlich vom Insulin beeinflusst. Sind zu viele Fettzellen im Bauchbereich vorhanden, wird über verschiedene, vom Bauchfett abgegebene Substanzen, die Empfindlichkeit des Insulins in der Leber und den Körpergeweben vermindert. Dadurch werden vermehrt Fette im Blut gebildet. Leider kommt es zu einer hauptsächlichen Erhöhung des schlechten LDL-Cholesterins und einer Verminderung des guten, schützenden HDL-Cholesterins. Es werden also genau die Substanzen im Blut verändert, die nachweislich auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen (Herz- und Hirnschlag, Durchblutungsstörungen der Beine) erhöhen. Daneben wird, durch das fehlende Ansprechen des Insulins (Insulinresistenz) das Risiko an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu erkranken etwa 5-fach erhöht.
Sie sehen, eine einfache Methode gibt uns Hinweise, ob wir Sie auch bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes weiter abklären müssen.
Ein Bauchumfang von mehr als 102cm bei den Männern und mehr als 88cm bei den Frauen zeigt uns dabei ein deutlich erhöhtes Risiko an. Dies bedingt, dass gezielt nach erhöhten Blutdruckwerten gesucht wird und im Labor die Fett- und Zuckerwerte bestimmt werden müssen. Darauf basierend, kann schon mit wenig Aufwand und entsprechender Lebens- und Ernährungsumstellung ein markanter Erfolg erreicht werden. Mehrere Studien zeigten, dass damit das Risiko an Diabetes oder an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu erkranken deutlich vermindert wird. So wurde ausgerechnet, dass eine Verminderung des Bauchumfanges um 9cm durch Gewichtsabnahme und vermehrte Bewegung das Risiko für solche Krankheiten um 30% reduziert.
Wohl ist es wichtig weniger Energie aufzunehmen, von grosser Bedeutung ist aber auch auf die Art der zugeführten Fette zu achten. Einfach ungesättigte Fettsäuren (besonders reichlich in Oliven- oder Rapsöl enthalten), verbessern die Insulinempfindlichkeit der Gewebe und sind daher zu bevorzugen. Auch längere Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten verbessern die Stoffwechsellage entscheidend und reduzieren die Entwicklung arteriosklerotischer Veränderungen der Gefässe. Eine ganz wichtige Massnahme ist auch das Stoppen eines eventuellen Nikotingenusses (zusätzlicher Risikofaktor für die Arterienverkalkung)! Regelmässiges Bewegen unterstützt eine Gewichtsabnahme entscheidend und senkt ebenfalls das Risiko eines metabolischen Syndroms. Dabei reicht eine moderate, tägliche körperliche Bewegung während einer halben Stunde. Besonders die körperliche Bewegung vor den Mahlzeiten ist dabei sehr effektvoll. Bessern sich unter diesen Massnahmen die Blutfettwerte nicht, bleibt der Blutdruck weiterhin erhöht und ist auch der Blutzucker, als Ausdruck der gestörten Insulinwirkung, erhöht, sollten diese Risikofaktoren gezielt mittels einer medikamentösen Therapie angegangen werden. Diese Medikamente müssen oft lebenslang eingenommen werden. Man erreicht damit aber eine deutliche Verminderung von Hirnschlägen und Herzkreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen der Beine und der dadurch bedingten starken Behinderungen und Beeinträchtigungen der Lebensqualität.
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